Wenige Tage vor Weihnachten hat das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) als Projektträger im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) zum „Fachgespräch Anwendungen Blockchain-Technologie“ ins Grenanderhaus am Alex in Berlin eingeladen. Professionell organisiert durch Matthias Kuom (DLR) sollte in einem kleineren Kreis von Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft sowie Mitarbeitern des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) und des Projektträgers DLR über das Innovationspotential der Blockchain-Technologie diskutiert werden. Das verantwortliche Referat des BMWi möchte auch solche Veranstaltungsformate zur Meinungsbildung nutzen, welche Entwicklungsschritte notwendig sind bzw. gefördert werden sollten, um attraktive IKT-Lösungen für die Wirtschaft und insbesondere für den Mittelstand zu schaffen.

Zu Beginn durfte ich mit einem 15-minütigen Vortrag in das Thema Blockchain einführen (Präsentation s.u.), anschließend hatten alle aus unserem 7-köpfigen Experten-Gremium die Gelegenheit zu drei Themenkomplexen Kurzstatements abzugeben: „State of Play“, „Disruptives Potential“ und „Rolle des Staates“. Die weiteren Teilnehmer des Experten-Gremium waren (in alphabetischer Reihenfolge):

Raimund Gross (Innovation Manager Blockchain aus dem SAP Innovation Center Network)
Prof. Wolfgang Prinz (Stellv. Institutsleiter Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT)
Philipp Richard, Projekt-Direktor bei der Deutschen-Energie-Agentur GmbH (Dena)
Stefan Teis (SVP, Group Product & Business Development,  Deutsche Börse AG sowie Mitglied im Verwaltungsrat des Hyperledger Projekts)
Stephan Zimprich (Partner bei der Kanzlei Fieldfisher sowie Leiter der Kompetenzgruppe Blockchain beim eco Verband)

Bei der abschließenden Diskussionsrunde haben noch weitere Experten einen aktiven Part übernommen. Kirsten Hasberg, Energieexpertin BlockchainHub Berlin, gab interessante Einblicke in Blockchain-baiserte Projekte im Markt der erneuerbaren Energien. Einer weiterer Experte war Dr. Martin Holland, als Mitglied der Geschäftsleitung der von PROSTEP AG u.a. Koordinator des interessanten Projektes SAMPL (Secure Additive Manufacturing Platform), das Sie hier finden können.

Ich habe im Laufe meines Berufslebens schon an einigen Veranstaltungen teilgenommen, die die Aufgabe hatten, den auf politischer Fachebene Verantwortlichen die Sichtweise von Wirtschaft und Wissenschaft zu relevanten technologischen Entwicklungen zu vermitteln. Das Fachgespräch „Anwendungen Blockchain-Technologie“ ragt hierbei eindeutig hervor: das gewählte Format (knappe Präsentation zur Einleitung, dann klar definierte Themenkomplexe zu denen gut ausgewählte Experten ihre Sichtweise darstellen und eine abschließende Diskussion) war sehr gut für das ja recht komplexe Blockchain geeignet. Und unser „Zielpublikum“ – die Fachebene aus dem BMWi sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Projektträgers DLR – war gut vorbereitet und hat mit intelligenten Fragen für eine intensive Diskussion gesorgt.

Es wird sicher weitere Veranstaltungen zum Thema „Politik trifft Blockchain“ geben. Die vielschichtigen Aspekte der Blockchain-Technologie bergen enormes Potential, bei dem die Politik eine wichtige Rolle spielen kann und teilweise muss – sei es, wenn es um die regulatorische Rolle oder um die Rolle als Nutzer von Blockchain-Technologie geht.